Adventskalender Türchen #9 – DIE Kamera – Sony RX100IV

Eigentlich wollte ich die Sony RX 100 IV erst weiter hinten im Adventskalender verstecken, aber dann reicht es vielleicht nicht mehr ganz für dich um sie auf deine Wunschliste zu setzen. Und das wäre schade!

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Die RX100 ist eine sehr hochwertige Kompaktkamera von Sony, die mit einem (für eine Kompakte!) großen 1″ Sensor, einem sehr lichtstarken (1,8-2,8/24-70) Objektiv, einem großen schwenkbaren 3″ Bildschirm sowie einem ausklappbaren Sucher kommt. Das ganze in einem 102x58x40mm kleinen Gehäuse mit 305g (inkl. Akku).

Die RX100 von Sony gibt es inzwischen in fünf verschiedenen Ausführungen. Alles sind gute Kameras, die sich aber durch ihre Features unterscheiden. Ich persönlich würde mich zwischen RX100 III, IV und V entscheiden. Den ersten beiden Generationen fehlt leider der ausklappbare Sucher und sie besitzen ein anderes Objektiv. Das ist qualitativ zwar nicht schlechter, aber hat einen anderen Zoombereich (28-100 statt 24-70) und ist vor allem am Teleende deutlich lichtschwächer (1,8 – 4,9 statt 1,8 – 2,8).
Alle besitzen einen 1″ Sensor mit guten 20MP.
Die Unterschiede zwischen III, IV und V liegen vor allem im Videobereich (IV bietet 4K Modus, die V hat einen besseren AF).

Positive Punkte

+ Sucher

Besonders an der Kamera finde ich den ausklappbaren Sucher, der bei hellem Umgebungslicht einen Riesenvorteil darstellt. Im (elektronischen) Sucher sind alle Daten sichtbar, eine Dioptrienverstellung gibt es auch. Durch die Position am Auge wird die Kamera auch stabilisiert.
Überhaupt ist das mit dem Sucher dann eher ein photographieren als nur ein Knipsen…

+ 20,2 MP, RAW

Der Sensor liefert genügend Pixel um auch mal etwas Spielraum zum „croppen“ zu haben. Es existiert auch ein Raw-Modus um eine bessere Nachbearbeitbarkeit zu ermöglichen.

+ Top Lowlight Performance

Die Kamera liefert eine super Lowlight- Performance und kann durchaus auch mit 3200ISO noch überzeugen. Durch das sehr lichtstarke f1.8 Objektiv sind auch Astroaufnahmen problemlos möglich. Oder Aufnahmen wie die unten stehende…

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Nachtstimmung im Camp
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ISO 2500 – 1/60s -f3.2
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ISO 1600 – 4s- f1.8

Es gibt natürlich auch eine sehr gut funktionierende Bildstabilisierung

+ ND-Filter eingebaut

Die RX100 hat einen eingebauten – zuschaltbaren ND (Neutral Density = Neutralgrau) Filter, der es ermöglicht die Belichtungszeit zu verlängern. Das will man z.B. beim Videografieren um eine große Blendenöffnung bei Tageslicht zu ermöglichen, oder um „seidiges“ Wasser bei Photos von Wasserfällen etc. zu erreichen.DSC02782.jpg

+ Apps

Sony baut nicht alle Features direkt in seine Kameras ein, sondern man muss diese teilweise als „Apps“ zukaufen. Bei dem Preis der Kameras sollte das eigentlich mit im Preis enthalten sein, aber gut, für die beiden Apps die ich nutze habe ich ca. €20 gezahlt. Das ist einmal eine App („Glatte Reflexion“) die aus vielen Einzelbildern eine Art „Langzeitbelichtung“ ermöglicht, z.B. um eine absolut glatte Wasseroberfläche zu bekommen. Daneben habe ich noch die „Himmel HDR“- App die einen Grau-Verlauffilter simuliert. Die anderen sind gratis, z.B. die „Touchless Shutter“, die eine Auslösung durch ein „Wischen“ mit der Hand vor dem Sucher ermöglicht – was einen Fernauslöser bei Stativaufnahmen ersetzt.

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+ Display

Der Bildschirm ist über einen weiten Bereich neigbar, auch 180° nach oben für Selfies – damit ist die RX100 die einzige mir bekannte kompakte Sucherkamera die dieses Feature bietet. Sonst gibt es entweder Selfiescreen oder Sucher.

+ Komplett manuelle Steuerung

Die RX100 ist komplett manuell einstellbar, bietet aber auch Zeit-,Blenden- und verschiedene Programmautomatiken, es gibt diverse Belichtungsoptionen (Spot, Matrix,…) und diverse AF-Einstellungen, aber auch die Möglichkeit manuell zu fokussieren.

+ sehr gute Bedienung

Wie ich finde ist die Bedienung recht intuitiv, aber hier gilt wie immer, erst einlernen und viel photographieren!

+ Schneller Bildfolgemodus

schneller Bildfolge mit bis zu 16 Bildern/Sekunde (mit AF!)

+ (Funk-) Fernauslöser möglich

Die Sony kann mit einem Funkfernauslöser gekoppelt werden, das ist super für Trailselfies. Leider hat die Kamera keinen IR Sensor zur Auslösung wie z.B. die Sony A6000, das wäre eine deutlich kleinere, billigere und leichtere Option.

+ Connectivity

Die Kamera hat alles was aktuell State of the Art ist: NFC, WLAN, Appsteuerung per Smartphoneapp. Damit bekommt man die Bilder schnell aufs Phone und kann die Kamera so auch steuern.

+ Videofunktionen

Die Kamera hat viele Videofunktionen (die ich eher nicht nutze), z.B. 4K oder auch einen 40x Slowmotion-Modus.

+ Elektronischer Verschluss

Es gibt sowohl einen mechanischen wie einen elektronischen Verschluss, der mechanische ist extrem leise und unauffällig, der elektronische absolut still. Letzterer ermöglicht auch eine kürzeste Verschlusszeit von 1/32000s.

+ Panoramamodus

Im Panormamodus erstellt die Kamera mehrere Bilder während man die Kamera um die eigene Achse dreht und verrechnet sie automatisch, das ganze geht im Hoch- und Querformat.

+ Ladbar per Micro-USB

Die RX100 ist per Micro-USB-Anschluss direkt in der Kamera ladbar, der Akku hält aber auch sehr lange. Dazu ist auch noch ein externes Ladegerät (Sony ACC-DCBX X-Akku Ladegerät Kit, €66 inkl. 2. Akku und 12V-Adapter) von Sony verfügbar, das nur unwesentlich größer ist als der Akku selbst.

Negative Punkte

Hat die RX100IV auch negative Punkte?
Ja, leider… Wenn auch nicht sehr viele.

– leider nicht wasserfest

Eine RX100 mit Abdichtung gegen Regen, das wäre es! Es gibt zwar Unterwassergehäuse, aber das macht die Kamera deutlich zu groß.

– hoher Preis

Das Hauptmanko der RX100 -Serie. Die RX100IV kostet aktuell bei Amazon €735 (ich habe meine in einem Amazon Sale für €666 erstanden). Die RX100V kostet aktuell mit €799 nicht wesentlich mehr, die RX100III ist ab €540 zu bekommen. Auch die I und II werden noch neu verkauft, diese sind nochmals €200 günstiger.

– Zoombereich

Ich würde mir für Landschaftsbilder noch etwas mehr Weitwinkel als die 24mm KB aq. wünschen (z.B. ein 21mm oder gar 18mm). Durch den Panoramamodus kann man das aber umgehen, wobei hier die Bilder nicht die volle 20MP Auflösung bieten. Alternativ kann man aber auch ein manuell Panorma erstellen in dem man mehrere Bilder zusammen“stitcht“.

– Makrofunktion

Hier muss für einen möglichst kleinen Aufnahemabstand die 24mm Position gewählt werden, was einen seltsamen Bildwinkel ergibt.

Fazit

Die RX100IV hat sich in den 9 Monaten die ich sie nutze als „immer dabei“ Kamera etabliert. Von der Bildqualität ist sie überzeugend und in fast allen Situationen erkennt man am fertigen Bild den Unterschied zu meiner OM-D E-M1 oder sogar der Fujifilm X-T1 oder X-E2S nicht. Ausnahme hiervon sind natürlich Bilder mit „besonderen“ Objektiven (Ultraweitwinkel, Fisheye, starkes Tele, Makro) , das bekommt sie mit dem 24-70 nicht hin. Ich nutze sie häufig parallel zu den genannten Kameras, auf denen sind dann andere Objektive montiert und für den „normalen“ Bereich nutze ich die RX100IV. Ideal ist sie zum Wandern, aber auch beim Trailrunning habe ich sie häufig in der Flaschentasche der Laufweste.
Die Kamera kann meiner Meinung nach in 99% der Fälle eine digitale Spiegelreflex mit einem „Standardzoom“ ohne Einschränkungen ersetzen – eher im Gegenteil, sie ist Leichter, Leiser, Taschentauglicher und Unauffälliger.

 

Tipp 1: Die Kamera kommt serienmäßig ohne Griff, dieser ist für ca. €15 erhältlich und erleichtert das Handling ungemein.

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Griff wird aufgeklebt

 

Tipp 2: Es gibt eine passgenaue Tasche aus Leder, aber für den Transport in der Jackentasche usw. empfehle ich einen simplen Aufsteck-Objektivdeckel in 55mm.

Tipp 3: Wer den Anwendungsbereich der Kamera erweitern will, der kann den „Magfilter“ von Carryspeed nutzen. Hierfür klebt man einen Metallring ans Objektiv, der Magfilter hält magnetisch und ist ein Adapter auf „normale“ Filterdurchmesser (ich habe ein 58mm, aber es gibt auch 49 und 52mm – je nachdem was du für einen Filterdurchmesser du normalerweise nutzt.) 

Verdikt

Die „kleinste Profikamera“. Die Qualität reicht locker für praktisch alle Anwendungen in der Landschaftsphotographie, Einschränkungen gibt es beim Zoombereich des Objektivs und bei den Makrofunktionen.

Ein tolles Geschenk für jeden Trailläufer, Wanderer, Skitourengeher der auch photographiert und natürlich generell jeden Fotografen!

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