Das wichtigste Trainingstool für (Lauf-) Anfänger

Wenn ihr an eure Anfänge denkt, was könnte das gewesen sein?
Die Sportuhr? Klar, Puls, Tempo und Strecke sind sicher nicht unwichtig, aber es geht am Anfang sicher auch sehr gut ohne.

Der Trainingsplan? Hmmh… für den Anfänger sicher nicht die erste Priorität. Klar, um nicht zu stagnieren wird man später nicht darum herumkommen.

Klar! Die Kompressionsbekleidung… Ach komm, das ist nun wirklich das letzte was einem Anfänger etwas bringt. Ich vermute sogar, dass es für 99% der Läufer keinen objektiven Unterschied macht. Vielleicht wenn du die letzten Sekunden aus deiner Bestzeit kitzeln willst, aber am Anfang? Sicher nicht.

Die Ernährung? Das ist sicher nochmal ein eigenes Thema, aber hat schon sehr viel mit meinem Top #1 Trainingstool zu tun…

Nein, es ist natürlich

die Gewohnheit.
Warum? Ich habe es in den letzten Monaten nach einer Verletzungs- und Krankheitspause gemerkt. Wenn die Gewohnheit mal weg ist, dann fällt es einem ungeheuer schwer sich für einen Lauf zu motivieren. Das trifft nicht nur fürs Laufen sondern auch für andere Bereiche genauso zu. Ihr merkt es vielleicht auch gerade hier, an der Häufigkeit meines bloggens!
Nun hat die fünfte Woche meines HM-Trainingsplanes mit 5 Trainings/ Woche angefangen und die Gewohnheit ist wieder da. Die ersten zwei Wochen noch nicht so ganz, aber inzwischen habe ich mich so ans Training gewöhnt, dass mir ein Ruhetag eher schwerfällt.

Da kommt dann der Anti-Schweinehund (ich persönlich finde beide Tiere toll, daher ein blöder Name!) hervor….

Während man sonst versucht Gründe dafür zu finden, weshalb man „unmöglich“ noch Laufen kann („schon dunkel“, „gleich Abendessen“, „es regnet“, „ein langer Arbeitstag“,…) suche ich jetzt Gründe, weshalb ich am Ruhetag doch Laufen gehen sollte („wer weiß, wie lange das Wetter noch hält“, „morgen soll es regnen“, „zum Bäcker könnte ich doch laufen“, „wenn ich schon mal hier bin“, „ob ich jetzt mit dem Hund gehe oder laufe ist doch egal“, „es war ein langer Arbeitstag – ich brauche einen Ausgleich“).

Die Gewohnheit wirkt leider genauso auch andersherum. Das Glas Wein am Abend, das Videospiel, das (große) Stück Schokolade am Nachmittag,…

Darum hinterfrage wenn du etwas regelmäßig durchführst, ob du das wirklich willst und brauchst. Wenn sich die Gewohnheit hier einmal eingeschliffen hat, dann ist es sehr schwer diese wieder aufzugeben.

Erfahrungsgemäß braucht der Mensch ca. 8-14 Tage um eine neue Gewohnheit aufzubauen. Je angenehmer diese ist umso leichter fällt das natürlich. Aber es kann sich auch lohnen sich die ersten Male durchzu“quälen“. Allerdings kann ich mich auch an kein einziges Lauftraining erinnern, bei dem ich mich nach dem Duschen nicht besser gefühlt hätte, als wenn ich auf den Lauf verzichtet hätte.

Das ganze funktioniert natürlich nicht nur bei Trainings, auch die Umstellung von z.B. Milchkaffee auf schwarzen Kaffee oder Tee könnte so ein Ziel sein.

Also, was ist dein Ziel und welche Gewohnheit kannst du dafür nutzen?!

2 Gedanken zu “Das wichtigste Trainingstool für (Lauf-) Anfänger

  1. Sportuhr – für mich gerade als Laufanfänger ein unverzichtbares Equipment; Kompressionskleidung – geil, wenn man welche hat, denn es fühlt sich mega an, mit Kompressionsstrümpfen zu laufen; Trainingsplan – absolut nicht meins, vielleicht, weil ich mich ungern Regularien unterwerfe und es halte wie Pippi Langstrumpf :); Ernährung – ein sehr leidiges Thema, aber Selbsterfahrung wird hier die notwendige Besserung bringen, da bin ich mir sicher für all die Neulinge im Laufbereich; Gewohnheit – dieses Fellmonster wohnt auch das ein oder andere Mal hier bei mir und gerade nach längeren Pausen ist es seeeeehr mühsam, den Hintern aus dem Sofa zu bekommen. An Ausreden scheitert es hier niemals. Aktuell ist die Motivation noch mehr als gut und das vermeintlich schlechte Wetter schreckt mich nicht ab, denn mit vernünftiger Kleidung ist das null Problem. Und ja, das Gefühl beim Duschen ist unbeschreiblich und wird nur noch geschlagen mit dem Gefühl beim Zieleinlauf eines Wettkampfes. Da weiß man dann, warum und wofür.

    LG Katrin

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Katrin! Ich denke die Sportuhr ist deutlich praktischer als das Smartphone, aber das funktioniert für den Anfang auch. Es gibt ja auch günstige BT Brustgurte, die man koppeln kann. Oder man trainiert nach Gefühl – gerade am Anfang sollte man doch meist sowieso in der „ich kann noch ganze Sätze sprechen“ Pulszone laufen. Bei der Kompression habe ich aber wirklich noch keinen Einfluss bemerkt (und ich habe Kompressionsstrümpfe, Stulpen und sogar Laufshorts mit Kompression). Den Druck spüre ich natürlich schon, aber ich habe nicht das Gefühl dadurch mehr Energie oder schnellere Regeneration (hierzu gibt es noch die meisten positiven Studien) zu haben.

      Viele Grüße ins Nachbardorf
      Ralph

      P.S.:
      Dir übrigens viel Glück am Wochenende! Wo startest du denn zum HM? Deine Email auf der Homepage übrigens nicht erreichbar, aber ich würde mich freuen, wenn du mir unter ralph@trailgierig.de zurückschreibst. Vielleicht können wir ja mal gemeinsam laufen gehen.

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