Mit dem Kocher auf den Trail?! – Teil 4 Gaskocher

Die Gaskocher

Ich will hier 3 Exemplare kurz vorstellen, einmal zwei Systemkocher, den Jetboil Flash PCS, den Primus Eta Lite (= Primus Lite+) und einen einfachen Mini-Chinabrenner mit Topfset.
Eine längere Review jedes Kochers folgt natürlich später.

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Primus Eta Lite, Jetboil Flash PCS, China-Set

Systemkocher?

Hier können Topf und Brenner fest miteinander verbunden werden. Üblicherweise gibt es zusätzlich am Topfboden eine Konstruktion mit Wärmeleitblechen, die den Gasbedarf senkt und die Kochgeschwindigkeit steigert. Dazu wird auch die Funktion und Heizleistung bei windigem Wetter erleichtert.

Es gibt auch noch das MSR Reactor -System, ein System ohne offene Flamme mit katalytischer Verbrennung, diese ist windsicher (wenn der Brenner einmal brennt…).

Die Kandidaten

Jetboil Flash PCS

Das PCS („Personal Cooking System“…
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Tatsächlich ein „System“, dabei sind der Topf (1000ml) mit Neoprenüberzug, der Brenner mit Piezozündung, ein faltbarer Ständer für die Gaskartusche, ein Deckel aus Silikon mit Ausguss, dazu noch ein Plastikgefäß, das als Schutz für den Topfboden, aber auch als kleine Schüssel dienen kann.
All das passt zusammen mit einer 100g Schraubkartusche in den Topf
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img_2316_kocherEs bleibt noch etwas Platz für einen Spülschwamm o.Ä., daneben gibt es auch noch eine passende Coffeepress, die ebenfalls noch Platz findet.

Fakten

  • Jetboil Flash PCS
  • Gas- Systembrenner
  • Gewicht 431g (ohne Kartusche)
  • für Schraubkartuschen (100g Kartusche passt in den Topf, größere passen auch, müssen aber woanders verstaut werden)
  • beschichteter Alutopf, Boden mit Wärmetauscher (FluxRing)
  • Neoprenüberzug mit Handschlaufe und „Temperaturindikator“
  • Füllmenge 1000ml, zum Kochen von Wasser sind vielleicht 650ml nutzbar – empfohlen sind nur „2 Cups“ oder 450ml!
  • Maße: 18,3cm hoch, Durchmesser 10,6cm, mit Griff 11,2cm
  • Preis: ab €80 (Amazon)
  • 0,5l Wasser kochen in 2min 32s, dabei werden 5,2g Gas verbraucht (bei 18°C, leichter Wind)
  • Zubehör (nicht inklusive): Coffee-Press, Aufhängevorrichtung, Aufsatz für den Kocher um „normale“ Töpfe und Pfannen zu nutzen, größerer (1,8l) Topf „Sumo“, Pfanne

 

Primus Eta Lite

ist der praktisch baugleiche Vorgänger des Primus Lite+.
Das System ist dem des Jetboil PCS sehr ähnlich, im Detail gibt es aber unterschiede. Der Primus ist praktisch gleich schwer (428g), hat aber einen kleineren Topf und ist dadurch etwas kompakter zu verpacken.
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Fakten

  • Primus Eta lite
  • Gas- Systembrenner
  • Gewicht 428g (ohne Kartusche)
  • für Schraubkartuschen (100g Kartusche passt in den Topf, größere passen auch, müssen aber woanders verstaut werden)
  • beschichteter Alutopf, Boden mit Wärmetauscher (FluxRing)
  • Kunstfilzüberzug mit umsteckbarer Handschlaufe
  • Füllmenge 760ml, zum Kochen von Wasser sind maximal 500ml nutzbar, da spritzt es aber auch schon!
  • 0,5l Wasser kochen in 2min 28s, dabei werden 5,2g Gas verbraucht (bei 18°C, leichter Wind)
  • Maße: 15cm hoch, Durchmesser 10,2cm (mit Griff: 11,6cm)
  • Preis: ab ca. €100, meiner hat €70 gekostet
  • Zubehör (nicht inklusive): Coffee-Press
    mit dabei sind: Aufhängevorrichtung (naja, ein Schnürchen…) Aufsatz für den Kocher um „normale“ Töpfe und Pfannen zu nutzen (3 Stahlstifte)

China Kocher + Geschirr

kein Systemkocher, sondern ein klein verpackbarer Gasbrenner mit Piezozündung, dazu ein Topfset bestehend aus einem größeren beschichteten Alutopf und einem kleineren Topf? Becher? der auch als Deckel fungiert.
Das Set hat aber zusammen sehr ähnliche Abmessungen wie die Systemkocher.

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Fakten

  • Gasbrenner + Topfset
  • Gewicht 325g (ohne Kartusche)
  • für Schraubkartuschen (250g Kartusche passt in den Topf, größere passen auch, müssen aber woanders verstaut werden)
  • beschichteter Alutopf, Aludeckel / Tasse/ Pfanne mit 400ml
  • ausklappbare, gummierte Handgriffe
  • Füllmenge 1000ml, zum Kochen von Wasser sind vielleicht 700ml nutzbar
  • Maße: 15,3cm hoch, Durchmesser 11,7cm
  • 0,5l Wasser kochen in 4min 07s, dabei werden 10,8g Gas verbraucht (bei 18°C, leichter Wind)
  • Preis komplett ca. €30

 

Die Gasbrenner sind dank Piezo alle gut zu nutzen, Wasser kocht sehr schnell, vor allem die beiden Systemkocher stechen hier mit deutlicher Zeit- und Gasersparnis hervor.
Dafür leidet hier aber die Regulierbarkeit. Ein „leichtes Köcheln“ ist hier praktisch nicht möglich, das ist beim Gasbrenner anders.
Alle 3 sind aber im Betrieb recht laut.

Nachteil von allen Gasbrenner: Die Kartusche kann nicht beliebig nachgefüllt werden. Zumindest nicht so ohne weiteres. Nehme ich aufs Wochenende ein halb (??) volle Kartusche mit, oder doch lieber die frische? Oder muss ich nur für ein Abendessen eine volle Kartusche mitnehmen, weil ich keine andere habe?

Daneben bleibt bei einigen Kochsystemen das Problem der Reinigung, hier sollte man nach Möglichkeit die Schutzüberzüge entfernen. Das geht beim Primus zwar recht leicht, aber wenn etwas überkocht versaut der Überzug natürlich trotzdem.

Fazit:

 

Die Gasbrenner sind sehr komfortabel zu benutzen, wenn auch recht laut. Die Systemkocher sind sehr schnell, verbrauchen wenig Gas und man kann sie auch hängend (Biwak) betreiben. Für die meisten Systemkocher gibt es auch „French Press“ Kaffeezubereiter.
Der normale Kocher ist dagegen wesentlich günstiger und auch leichter (je nach Brenner und Topfset natürlich!), dazu besser regulierbar.
Das Hauptproblem der Systemkocher ist neben der schlechten Regulierbarkeit die geringe  nutzbare Füllmenge, mit 500ml + Nudeln kocht es leider meist über.

Für das Erhitzen von Wasser in geringem Mengen (z.B. für Trekkingmenüs, Kaffee), eignet sich ein Systemkocher ideal. Zum „echten Kochen“ sind normale Gasbrenner im Vorteil.

3 Kommentare zu „Mit dem Kocher auf den Trail?! – Teil 4 Gaskocher

Gib deinen ab

  1. Interessant, danke für den kurzen Einblick. Durch das recht geringe Gewicht könnte ich mir das auch gut auf einer MehrtagesWanderLAufTour vorstellen. So ein Kaffee am Morgen oder abends was Warmes ist schon was Feines.

    Gruß
    Sascha

    Gefällt mir

  2. Das ist eine gute Einordnung für mich, herzlichen Dank!
    Das mit den angefangenen Gaskartuschen hatte ich auch schon oft, mich entscheiden zu müssen, ob ich eine schwere volle mitnehmen soll oder nur einen Rest.
    Im kommenden Mai will ich zu einer drei-viermonatigen Tour entlang der Ostsee aufbrechen und fragte mich zwischenzeitlich, ob es überhaupt sinnvoll ist, auf Gas zu setzen. Ich habe auch einen Adapter für die einfachen Kartuschen, die man ansticht. Meine Bedenken gehen in die Richtung, daß es womöglich in den Baltischen Staaten womöglich keine Gaskartuschen zum schrauben zu kaufen gibt, bzw. vielleicht nur in einem Outdoorgeschäft in Danzig oder Riga.
    Benzin wäre dann besser, aber das stinkt halt gewaltig, ist schmutzig und eben auch ein Umweltgift, falls was daneben geht. Der Kocher ist auch schwerer.
    Holzbrenner a la Kettle sind viel zu schwer und die muß man ja auch erst mal in Gange kriegen…
    Danke nochmals und herzlicher Gruß, Guido
    http://www.abenteuerbaltikum.wordpress.com

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Guido!
      Kann ich verstehen. Ich teste gerade auch eine Bushbox Ultralight in Kombination mit einem Trangia-Brenner. Spiritus wäre für dich ja auch eine Option. Das Hat die genannten Nachteile nicht. Dafür musst du eben länger warten, bis das Wasser kocht. Ansonsten eine saubere Angelegenheit. Alkohol wird es im Baltikum sicher geben…

      Viele Grüße
      Ralph

      Gefällt mir

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