Die „Digitale Karte“ zum kleinen Preis…

Nachdem ich mich ja schon gewundert hatte, dass moderne Elektronik nicht auf den Trail kommt, kam mir eine Idee…

Wäre es nicht schön ein Device zu haben, das eine fast beliebig große Zahl von Karten fassen kann, dabei fast keinen Strom verbraucht, robust ist und dazu noch bei Sonnenlicht und Nachts ideal ablesbar? Das ganze für unter €50? Gibt es nicht? Doch!

Der Kindle

Warum nicht einfach einen Amazon Kindle als „Digitale Karte“ nutzen? Die Buchfunktion bekommt man ja zusätzlich noch als „Bonus“ obendrauf.

Was für den Kindle spricht

  • robust
  • günstig (Kindle ab €70, generalüberholt ab €60, ältere Modelle gebraucht ab €30 -40)
  • extrem lange Akkulaufzeit von mehreren Wochen, per Micro-USB schnell wiederaufladbar
  • dank eInk- Display bei Sonne top ablesbar, neuere Modelle mit Hintergrundbeleuchtung auch Nachts perfekt und blendfrei
  • gerade mal 160 x 115 x 9,1mm groß und (je nach Modell ab) 161g schwer

Nachteile:

  • nur s/w Display!

Ich selbst habe den (teureren) Kindle Paperwhite 3G, dieser besitzt neben dem WLAN auch noch ein 3G Funkmodem das -ohne Karte und Handykosten!- auch im Ausland Bücher gratis herunterladen (oder kaufen) kann. Daneben habe ich auch noch einen älteren Kindle (ohne Paperwhite & ohne Touchbedienung).

Neben einem guten E-Reader (hier als Beispiellektüre das sehr empfehlenswerte „Field Guide to Ultrarunning“ von Hal Koerner), also ein Doppelnutzen. Ich liebe Doppelnutzen!

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Der Amazon Kindle Paperwhite 3G

Nutzt man eine sinnvolle Karte, so kommt man auch mit einer schwarzweiß – Darstellung gut klar.

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aus jedem Winkel gut ablesbar!

Wie bekommt man nun eine Karte auf den Kindle? Das ist die zweite Frage! Die erste lautet: Woher bekomme ich ein Bild einer guten Karte!

Kartenquellen

Möglichkeit eins: Abphotographieren deiner Lieblingskarte in Ausschnitten.

Möglichkeit zwei: Screenshots von Kartenapps am iPhone / iPad

Möglichkeit drei: Screenshots deiner Kartenapp auf PC oder OSX

Ich habe mich für Möglichkeit 2 entschieden und Karten der „GPS-Tracks“-App genutzt. Diese kommen auch in S/W noch gut raus. Alternativ gehen natürlich auch alle anderen Kartenapps, die auf OSM basieren (z.B. Maps 3D oder Motion-X). Hier muss man evtl. aber mit der Darstellungsart der Karte experimentieren und vielleicht auch die Bilder nachbearbeiten (Kontrast etc.).
Hier sucht man sich überlappende Ausschnitte des gewünschten Gebietes.

Wenn man die Bilder beisammen hat, so bringt man sie in eine sinnvolle Reihenfolge und „druckt“ oder speichert diese als PDF- Dokument.

Dieses kann man entweder direkt auf den Kindle spielen, oder aber man schickt es sich als Mail an sein „Kindle“-Konto. Fügt man hier in die Betreffzeile „Convert“ ein, so wird die Datei in ein kindle-freundlicheres Format umgewandelt.

Wie man sieht ist der Gewichtsnachteil nicht so groß, eine normale Karte wiegt auch schon zwischen 60 und 80g. Nimmt man dann noch ein dünnes Taschenbuch mit kommt man mindestens auf das gleiche Gewicht!

Noch dazu: Mit dem Kindle (zumindest neueren Modellen mit Hintergrundbeleuchtung) braucht man kein Extralicht zum Lesen im Zelt, damit auch keine Zeltlaterne oder weniger Akkus für die Stirnlampe…

Natürlich geht das auch mit den Farbdisplaymodellen des Kindle, dann aber nicht zu dem Gewicht und mit der Akkulaufzeit.

7 Comments

  1. Hallo Ralph,

    die Idee ist ja nicht schlecht, aber ist das nich ein bisschen aufwendig?

    Die erste Frage, die ich mir jedoch stellte war: „Meint er diesen Artikel ernst?“

    Ob ja oder nein hier meine Meinung dazu:

    Zu dem wäre mir der Kindel zu groß, um ihn mit auf einen Trail zu nehmen und bei der Navigation hilft er mir nicht wirklich, es sei denn ich nehme auch noch einen Kompass mit 🙂

    Ich mach es mir da einfacher, da ich immer mein Handy dabei habe (wie wohl die meisten) nutze ich die App „Locus Map“ mit einer offline Wanderkarte. Die Wanderkarten findet man legal kostenlos im Netz und die App bietet mir alle Features die ich brauche wenn ich mich wirklich beim Laufen mal orientieren möchte.

    Die App selber hattest Du ja schon in dem einen oder anderen Deiner Berichte mal erwähnt.

    Viele Grüße

    Rene

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    1. Hallo Rene!
      Ich kann dich da verstehen, das ganze ist auch eher ein „Proof of concept“ als ein echtes Tool. Für einen normalen Trail sicher nicht die richtige Wahl. Da bevorzuge ich ebenfalls Locus-Map (Android) oder Maps 3D (iOS). Aber bei längeren (mehrtages!) Touren, bei denen man evtl. noch mehrere Karten benötigt (z.B. an der Ausschnittsgrenze) halte ich das für gar nicht schlecht.
      Der Kindle ist auch nicht viel größer und schwerer als 2 Karten.
      Aber mein „Traum“ wäre natürlich ein rollbares E-Ink Display mit GPS (oder Verbindung zur Uhr), auf dem eine Karte mit Position dargestellt werden kann. Das ganze dann um den Unterarm gewickelt…

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      1. Hallo ihr Lieben,
        Ich sehe das ganze auch eher als Anregung/Multiuse eines Kindles. Hab zwar keinen aber mir fällt dazu folgendes ein. Zum schnell navigieren habe ich lieber ein Handheld GPS/Uhr. Und zum Planen abends am Zelt oder Zuhause ist eine größere Karte der Übersicht wegen nicht zu vernachlässigen. Kartenausschnitte finde ich echt immer schwieriger zu handhaben. Aber als Ergänzung zum „Buch“, dass man auf ner Mehrtägigen Tour vielleicht dabei hat super!
        Ich muss dazu sagen, ich bin nicht so Trailerfahren. Dafür habe ich aber schon einige Alleinversorgertrekkibgtouren und Wanderungen gemacht.
        Für den 3h Trailrun bleibt der Kindle sicher Zuhause.

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  2. Abgefahrene Idee!
    Auf dem Trail habe ich immer mein Handy mit OsmAnd+ (und Offline-Karten) dabei, falls ich mich mal verlaufe – ein Kindle mitzunehmen wäre da wohl eher Overkill.
    Im Urlaub allerdings oder bei Mehrtagestouren könnte ich mir Karten auf dem Kindle durchaus vorstellen – das Gerät ist sowieso schon mit im Gepäck. Fehlt eigentlich nur eine komfortable App, die (OSM-)Kartenausschnitte automatisch in mehrseitige E-Books verwandelt. Oder gibt es sowas vielleicht schon?

    – Florian

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