Vergleich von Garmin Fenix 3 HR und Fenix 3

„Soll ich mir die Garmin Fenix 3 HR kaufen, oder lieber die Normale?“

Diese Frage wurde mir nun schon ein paar mal gestellt, hier will ich die beiden mal im Detail gegenüberstellen.

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Änderungen 

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die HR nur in einem Punkt von der normalen F3 Saphire, nämlich dem integrierten optischen Herzfrequenzsensor. Die nicht so offensichtlichen Änderungen haben (fast) alle damit zu tun.

  • die HR besitzt ein Armband aus Silkon, das -minimal- elastischer ist als das normale. Damit kann das Band etwas straffer getragen werden. Auch die Optik hat sich etwas verändert (weniger Löcher im oberen Bereich)
  • die HR hat eine etwas geringere Akkulaufzeit, das aber nur, wenn der Sensor auch in Betrieb ist.
  • die HR besitzt zwei zusätzliche Seiten, die den Pulsverlauf der letzten 4h bzw. die Ruheherzfrequenz der letzten Woche anzeigt.
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  • durch den erhöhten Sensor benötigt die HR eine andere Ladestation.
  • das Display  der HR ist etwas dunkler und kontrastärmer
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    Die F3 (rechts) ist bei der selben Einstellung heller als die F3 HR

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Herzfrequenzsensor

Ersetzt der integrierte Sensor den Brustgurt?

Ganz klar, jein….

Es kommt darauf an, was man erwartet und welche Features man benötigt. Allerdings steht ein einem ja immer noch die Möglichkeit offen, einen externen HF- Gurt zu nutzen. So gesehen eröffnet der integrierte Sensor nur weitere Möglichkeiten.

Was ist genauer? Natürlich der Brustgurt. Eigentlich…

Ich habe jetzt schon einige Tests mit mehreren Uhren parallel gemacht und bin mir da immer noch nicht sicher.

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Vergleich Fenix 3 HR vs. Fenix 3 mit Scosche

Erster Vergleich:
F3HR gegen F3 mit dem Scosche Rhytm+ , also optischer Sensor gegen optischen Sensor.
Der Scosche (getragen am Oberarm) ist normal recht genau. Hier zeigt die HR nur minimale Abweichungen, v.a. am Start und gegen Ende (das am Ende wird sich durch alle Tests ziehen!).
Ein kleiner Ausrutscher am Anfang, aber evtl. ist da auch die Uhr etwas verrutscht, ich habe sie eher locker getragen.

Patt. Beide schlagen sich recht gut.

Zweiter Vergleich, Indoortraining:

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Ambit 3 | Fenix 3 HR

Hier war das überlagern der Kurven etwas schwierig, weil beide wohl verschieden lange Zeitvorstellungen haben… Aber die Ambit 3 (mit Suunto-Brustgurt) scheint deutlich weniger Werte aufzuzeichnen, die Kurve der HR hat deutlich mehr „Details“.
Den Versatz in der Mitte kann ich mir auch nicht erklären…
Am Ende wieder: deutlich höhere Werte bei der HR.

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Fenix 3 HR | Ambit 3

Beim Radfahren sieht es wieder anders aus. Weder die tiefe Zacke der HR bei km 6, noch das „Gezappel“ der A3 bei 9,5 – 10,5km erscheint mir nachvollziehbar. Die Zacke der A3 bei km 7 ist aber plausibler (Bergabstück) als die gleichbleibenden Werte der HR.

Das nächste war ein Dreiervergleich. Ambit 3 und Fenix 3 beide am selben Stryd- Sensor (Brustgurt), einmal per BT und einmal per ANT+ angekoppelt. Die Werte sollten hier identisch sein. Sollten.

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Fenix 3 | Ambit 3

Im vorderen Teil (Brustgurt evtl noch nicht feucht genug) hat die A3 viel zu geringe Werte, die F3 fast Maximalpuls angezeigt. Beide hatten extrem viele Aussetzer. Aber auch später zeigen sich hier größere Differenzen.

Dann war da noch die F3HR mit dem eingebauten Sensor:

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Hier waren die Werte der F3HR am Anfang gut und plausibel. Gegen später gab es teilweise größere Abweichungen zur A3. Die Verschiebung kommt dadurch, dass die F3HR heute 2x einen großen Positionsfehler aufgezeichnet hat.

Auffällig: In Ruhepausen fällt der Puls bei der HR nicht so stark ab, wie bei Geräten mit Brustgurt. Manchmal erscheint der optische Sensor auch etwas langsamer auf Schwankungen zu reagieren.
Die „Startanfälligkeit“ von Brustgurten zeigt sich aber natürlich auch nicht.
Das Armband sollte relativ eng sitzen um eine akkurate Messung zu ermöglichen.

Die optische Messung erscheint mir ungenauer zu sein, allerdings sind die Werte durchaus für eine Trainingssteuerung brauchbar. Die Genauigkeit reicht aus um nicht zu „überpacen“. Für ein genaues pulsbasiertes Intervalltraining würde ich aber einen Brustgurt bevorzugen.
Dafür bietet die kontinuierliche HF-Messung über den Tag andere Vorteile:
Die Messung der Ruheherzfrequenz kann auch zur Kontrolle von Übertraining/ Erholungszustand dienen. Die „Aktivitätsminuten“ und (vermutlich) auch der Kalorienverbrauch über den Tag werden auch besser registriert.
Schlußendlich: Man kann den Brustgurt nicht daheim vergessen, was mir schon passiert ist…
Man kann den integrierten Sensor auch als Quelle für andere (ANT+) Geräte nutzen.
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HF- Broadcast auf Etrex 30

Was der integrierte Sensor leider nicht kann, sind alle Messungen die auf HRV basieren,
wie die Bestimmung der Laktatschwelle oder der Belastungswert.
Daneben enthält der HRM-Run Brustgurt ja auch noch Beschleunigungssensoren. Die Messung der „Laufeffizienz “ (Schrittlänge, Bodenkontaktzeit,…) ist so auch nicht möglich.

Fazit:

Die Fenix 3 HR ist zweifellos eine tolle Uhr, ihr größter Konkurrent ist aber die Fenix 3….

Preislich trennen beide Uhren aber keine Welten. Die F3 Saphir ist laut Liste praktisch genauso teuer wie die F3 HR, allerdings kommt hier ein Edelstahlband zusätzlich mit. Daneben gibt es die F3 Saphir inzwischen auch schon teilweise deutlich günstiger im Angebot (bis €150 günstiger).
Ich denke aber, die Differenz wird sich auch wieder angleichen. Rabatte auf neu vorgestellte Produkte sind ja allgemein eher unüblich.

Wer auf das Saphirglas verzichten kann, für den stellt die normale Fenix 3 eine gute Option dar. Mit etwas Glück bekommt man die F3 neu schon ab €350 (ohne Gurt) bzw. für unter €400 als „Performer Bundle“ mit Brustgurt.
Wer keine Brustgurte mag, der kann natürlich auch einen optischen Gurt, z.B. den Rythm+ von Scosche (ca. €80) wählen.

Wirkliche Nachteile holt man sich mit der HR aber nicht ins Haus. Die kürzere Akkulaufzeit gilt nur bei eingeschaltetem Sensor. Das dunklere Display ist auch noch akzeptabel. Noch gibt es für die HR in der aktuellsten Firmware nicht alle Features der normalen F3. In der Beta (aktuell -stand 3.5.16: FW3.0) allerdings schon.

Zur Transparenz: Die hier vorgestellte Uhr wurde mir von Garmin auf Anfrage für diesen Test leihweise zur Verfügung gestellt.

Tipp:
Vielleicht für den einen oder anderen interessant: Die Einstellungen für die Sport-Apps kann man kopieren, ich habe z.B. die Sport-Apps von der F3 auf die F3HR kopiert. Hierzu müssen nur alle verwendeten iQ-Datenfelder auf beiden Uhren installiert sein (ansonsten werden sie durch „Timer“ ersetzt). Man kann die .fit Dateien aus dem „Sports“ Order der Garmin kopieren und bei der anderen Uhr einfach in „Newfiles“ einfügen. 


[Update 12.5.16]
Inzwischen ist die FW 3.0 veröffentlicht. Jetzt ist das Höhenprofil usw. auch offiziell Verfügbar. Ich persönlich mag auch die Möglichkeit das Wifi auf einen Hotkey zu legen (ich drücke dann nur lange „Back“ und die Uhr Synct mit GC.

Leider nicht nur Sonnenschein mit der Uhr. Bei meinen Lauf in Lichtenstein (Trail Camp) hatte ich die F3HR sowie meine Suunto Ambit 2 Saphire (+ Scosche Rhytm+ Gurt)
mit dabei. Zum Glück…
Ich hatte den Track des Halbmarthons im Vorfeld auf die F3HR gespielt (FW 3.0), was eigentlich auch sehr gut funktioniert hat. Ich wusste immer, wo ich auf der Strecke bin und ob gleich ein Anstieg kommt oder es eher auf der Ebene bleibt.
Sogar bei Abweichungen vom Kurs (Streckenänderung) war klar, wo ich bin und welches Höhenprofil noch vor mir liegt.
Leider hat sich dann bei km 15 die F3HR einfach aufgehängt. Sie ist auf einer HF-Warnung „eingefroren“ und so minutenlang verblieben. Ich musste einen Softreset durchführen, um die Uhr wiederzubeleben (lange auf „Light“ drücken). Die Aufzeichnung war zum Glück nur unterbrochen, allerdings haben 2 km und ein paar Minuten gefehlt. Dazu waren alle iQ-Datenfelder durch den „Timer“ ersetzt.  Das Höhenprofil war auch nicht mehr da, wohl aber der Track auf der Karte….

Falls bei euch dieser Fehler auch auftritt – ich dachte eigentlich er wäre überwunden, meine alte, defekte F3 hatte das sehr oft- dann ein Tipp:
Die iQ-Felder sind zwar durch den Timer ersetzt, aber wenn ich den Timer wieder durch das Feld ersetzten will dann meldet die Uhr dass bereits 2/2 iQ-Felder im Einsatz sind…

Entweder ihr deinstalliert dann die Apps und installiert sie dann wieder (evtl. dazwischen noch aus der App entfernen). Oder- viel einfacher- ihr werft das .fit File der jeweiligen App, das ihr hoffentlich vorher gesichert hattet, in „Newfiles“. (im Ordner „Sports“ sind die Apps, z.B. „0RTrail.fit“). Dann ist alles wieder da.

 


[Update vom 19.5]

Hier noch mal ein Vergleich der Pulswerte zwischen dem integrierten Sensor und der Polar V800 mit dem Polar H7 (Brust-)Sensor.
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Wie man sieht, liefern die Sensoren am Anfang sehr ähnliche Werte. Ab ca. km 4 geht es aber weit auseinander. Die Werte ab km 4 würde ich -für die HR- als völlig unbrauchbar bezeichnen. Weshalb die Werte da so seltsam waren? Keine Ahnung, ich habe die Uhr nicht vom Arm abgenommen.
Schade. So ist die HR-Anzeige nur dazu geeignet das Körpergefühl zu schulen: „Puls von 170? Kann nicht sein, eher 150!“ .

[Update 2.6.2016]
Inzwischen ist die Beta 3.11 draußen. Ich weiß nicht, ob es an der liegt, aber die Genauigkeit des integrierten Sensors scheint sich deutlich verbessert zu haben. Bei meinen letzten Läufen lag eher der HF-Brustgurt meiner V800 falsch (auf den ersten paar Km der Aktivität), während die F3HR plausible Werte geliefert hat. Gegen später hat die V800 dann ziemlich genau die selben Werte wie die F3HR angezeigt.
Also Entwarnung? Ich beobachte weiter…

Daneben habe ich meine F3HR etwas „bunter“ gestaltet.
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Auch das ein Vorteil der F3, das geht weder bei Ambit noch V800 so einfach und optisch überzeugend!

Hier noch meine Videoreview der Uhr:

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

9 Gedanken zu “Vergleich von Garmin Fenix 3 HR und Fenix 3

  1. Danke für den kurzen, informativen Vergleich.
    Welche Erfahrung hast du bzgl. Tragekomfort der Fenix 3 HR gemacht, insbesondere bei längerem Tragen der Uhr bei Wettkämpfen?

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  2. Ich frage mich, ob die Sekunden auf dem HR nun beleuchtet sind?
    Das Display ist nach den Bildern etwas anders aufgebaut und irgendwie wirkt es auf den Bildern immer so, als wären ein paar Sekunden heller, als andere.
    Ist die Sekundenanzeige am Bildschirm beleuchtet? Oder zumindest übersichtlicher gestaltet als beim „Non HR“? Da ich das bei der normalen Fenix irgendwie als Sinnlos empfinde, da man diese nicht wirklich erkennt…

    Gruß

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    • Wenn du mit „Sekundenanzeige“ die Angaben auf dem Rehaut meinst (so heißt bei normalen Uhren der abgeschrägte Außenbereich des Zifferblattes), hier ist es einfach ein Druck auf dem Uhrenglas, dann nein.

      Da ist nichts beleuchtet, weder bei F3 noch bei F3 HR. Die Sekunden werden ja ausschließlich auf dem ZB dargestellt. Wenn du die „klassische“ Sekundenanzeige nimmst, mit einem bewegten Leuchtpunkt, dann finde ich die ganz gut ablesbar. Naja, die Ziffern auf dem Sekundenblatt lese ich ja eh nicht mehr…
      Diese Anzeige ist aber innerhalb der Skala und (natürlich) beleuchtet. Die Skala selbst nicht. Bei der F3 HR ist aber der erste Quadrant (0-15s) in weiß/hellgrau und der Rest in mittelgrau gehalten. Daher sieht das anders aus. Bei der normalen F3 ist die Skala nur mittelgrau und etwas anders im Design.

      Viele Grüße
      Ralph

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      • Ach Rehaut heißt das Danke 🙂
        Genau das meinte ich.

        Bei der Fenix 3 empfinde ich die eher als „Deko“. Daher bringen mir auch Analoge Watch Faces nichts, die nur Zeiger haben (ohne Zifferblatt). Da erkenne ich bei den Minuten an sich nichts. Zumindest für mich nicht, der doch relativ schnell manchmal die Minuten braucht und ablesen will, statt sich jedes mal zu orientieren.
        Da ist mir persönlich das Handling zu unangenehm. Da Verbrauche ich lieber „mehr“ Akku. 🙂

        Also nur eine leichte optische Anpassung der Rehaut. DAnke 🙂

        Klingt nur (optisch) verwirrend, wenn die ersten 15 „minuten“ weiß sind und der Rest „grau“. Erklärt aber, warum immer alles gleich „beleuchtet“ aussah 🙂

        Grüße
        Sven

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  3. Danke für den Vergleich.
    Auch ich habe unterschiedliche Uhren (fenix 3, fenix 3 HR und Polar V800) verglichen um die Genauigkeit des eingebauten Sensors zu überprüfen. Abweichungen von 30 Pulsschlägen nach oben und 10 nach unten sind eigentlich die Regel. Die Durchschnittsabweichung bei 1 bis 3 Stunden-Läufen kann über 20 Pulsschläge betragen.
    Die Genauigkeit ist also nicht brauchbar. Im üblichen Trainingsbereich sind bei mir 1 Pulsschlag rund 3 Sekunden, also … unbrauchbar.
    Die Genauigkeit von Garmin Tri (HF-Sensor Brust) und Polar H7 ist ganz einfach gut und zeigen kaum Abweichungen (sieht man von den Anfangsminuten ab). Ähnlich verhält sich mein HF-Sensor Scosche Rhythm+, der am Unterarm getragen wird, mir die Striemen im Brustbeinbereich des H7 erspart und die offenen Stellen des Garmin Tri i Bereich des Verschlusses. Scosche Rhythm+ zeigt – für oxymetrische Messung – wie der eingebaute Sensor der fenix 3 HR – eine ungelaubliche Genauigkeit auch bei Belastung, denn die Abweichungen der fenix 3 HR sind nur unter Last.
    Ausprobiert habe ich alles mögliche um die Genauigkeit zu erhöhen: Armband straffer, lockerer, mehr Vorwärmen (Durchblutung erhöhen), Sensor auf die Pulsseite, etc. Geholfen hat das nichts. Schade.
    Umgestiegen auf 3 HR bin ich halt um mir die Oberkörperverletzungen der Brustgurte zu ersparen. Dazu ist der eingebaute Sensor nicht zu gebrauchen. Er ist nur dazu da den Ruhepuls zu bestimmen, wobei ich da auch skeptisch bin, weil beim Aufruf der Pulsanzeige der Puls meist zunächst höhere Werte anzeigt und dann hinunterkorrigiert. Na ja.
    Abstürze sind selten, aber ich hatte zwischen Weihnachten und Neujahr auch einen, der mir die Uhr – wie einen Hardreset komplett in den Auslieferungszustand zurückgesetzt hat. Genial.

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