Review der Petzl Nao 2

Die Petzl Nao 2dürfte die in Trailrunnerkreisen wohl die am weitesten verbreitete Lampe sein.
IMG_5098Auch die Nao verfügt über einen Kopf mit zwei LED (Nahbereich und Spot), dazu kommt ein Sensor („Reactive Lighting“) , der die Helligkeit bedarfsgerecht regelt.
Der (wechselbare) Akku sitzt ebenfalls am Hinterkopf.
Die Nao liefert maximal 575 lm. Die einzelnen Stufen sind per PC veränderbar (Anteil Spot/ Beam, Anzahl der Stufen, Intensität usw.). Die Nao kostet €120 (man bekommt sie aber auch mal für €99) und wiegt 192g inkl. Akku.

Die Petzl Nao zeichnet sich durch die „Reactive Lightning“-Technologie und die frei programmierbaren Leuchtstufen aus. Die Grundidee einer automatischen Anpassung der Helligkeit an die Umgebungsbedingungen ist grundsätzlich gut. Dadurch kann man deutlich Akku sparen und Blenden verhindern. Im Normalfall funktioniert das Prinzip auch gut. Schaut man in die Nähe (z.B. direkt vor die Füße), dann blendet die Nao ab, ebenso beim Blick auf Uhr oder Karte sowie bei entgegenkommenden Läufern oder Autos. Schaut man in die Ferne, dann blendet die Lampe auf.
Völlig versagt die Regelung aber bei reflektierenden Partikeln, wie Regen, Nebel und Schnee. Allerdings leider auch bei kondensierender Luftfeuchtigkeit beim Ausatmen – und das ist im Winter kaum zu vermeiden. Das kann ein Vorteil auf der Straße sein- man wird von der eigenen Atemwolke nicht so geblendet wie bei anderen Lampen- aber auf dem Trail empfinde ich das auf – und abgeblende eher als störend.

Zum Glück lässt sich die Automatik sehr einfach umgehen und auf „Constant Lightning“ schalten. Das passiert mit einem griffigen Drehrad an der rechten Seite des Lampenkörpers. Über diesen lässt sich die Lampe auch verriegeln.
Was mir nicht gefällt ist die Regelcharakteristik. Die Lampe schaltet nicht durch die Leuchtstufen durch, sondern Stufe1 – Stufe 2 – Stufe 3 – Aus – Stufe 1 – Stufe 2- …
Man steht immer kurz im Dunkeln, vor allem im Straßenverkehr unglücklich.

IMG_5123

IMG_5157

Der ganze Akkupack ist per Clickverschluß am Band befestigt. Er besitzt einen USB-Stecker und lässt sich so direkt am PC o.Ä. aufladen. Der Ladestand wird hier leider nur grob über 3 LED angegeben. Schließt man den Pack mit angehängter Nao an, so kann man die Lampe über die OSbyPetzl- App konfigurieren.

Screenshot 2016-01-25 15.31.08

Screenshot 2016-01-25 15.32.25

Dabei lassen sich vorgefertigte Modi nutzen oder auch eigene erstellen. Man kann bis zu 5 Stufen angeben, das ganze jeweils in Constant und Reactive Modi getrennt. Die Verhältnisse Spot zu Wide lassen sich ebenfalls anpassen, genau wie die gewünschte Reichweite. Natürlich geht Helligkeit hier auf die Akkulaufzeit, aber wer z.B. einen Nahmodus für die Karte und einen sehr hellen Spot will, der kann das so einrichten.
Die Leuchtdauer im Constant Modus erscheint plausibel für einen 2600mAh Akku:
70 min bei 493 Lumen
4h 10 min bei 217 Lumen
16h bei 55 Lumen

Die Werte im Reactive-Modus klingen prima, sind aber nicht realistisch, hier regelt die Lampe deutlich herunter (was andere Modelle aber ebenso machen).
6h 30 min bei 575lm aus einem 18650-Akku wären Wahnsinn. Lupine liefert gerade mal 5h bei 550 Lumen – und das aus 2x 18650, dazu noch mit 3300mAh Kapazität (statt 1x 2600 mAH). Wizard verwendet ja ebenfalls einen 18650 und liefert nur 3,5h bei 420 Lumen (mit einer 3100mAh 18650-Zelle).

IMG_5149Der Akkupack enthält nur einen (eher schwachen) 2600mAh 18650 Lötfahnen-Akku, der aber einen speziellen Anschlußstecker besitzt, der nicht im Handel erhältlich ist (oder ich habe nur nicht richtig gesucht). Alternativ passen auch 2x AAA Batterien, wenn man den Li-Ionenakku ausbaut. Davon sollte man sich aber leistungsmäßig nicht zu viel erwarten.
Für einen Ersatzakku berechnet Petzl €35 bis 40, dafür lässt er sich schnell einklicken und austauschen.
Die Lampe ist spritzwasserfest (IPX4).

IMG_5094
Von Petzl gibt es auch ein ca. 1m langes Verlängerungskabel mit dem man den Akkupack an den Gürtel klemmen kann, das Nao-Gürtelkit für ca. €25.

Die Befestigung am Kopf erfolgt mit einer Art Spannschnüre, die man sehr schnell an die Kopfgröße anpassen kann, die sich allerdings auch sehr leicht verwickeln.
Weitere Optionen, z.B. für eine Lenkerbefestigung bietet die Nao nicht. Mir ist es auch nicht gelungen, das Stirnband fest an einem (Rad-)Helm zu befestigen.
Eine reine Lauflampe also.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Nao 2 bietet wie geschrieben einen Constant Modus mit fester Leistung und den Reactive Modus mit über den Sensor geregelter Leistung. Die Stufen sind frei programmierbar, ich habe mir die im obigen Screenshot von PetzlOS gezeigten Stufen programmiert. Die beiden stärksten sind aber auch das Maximum was die Lampe hergibt (493lm bei Const, 575lm bei Reactive). Der Stern bei der Beschriftung soll verdeutlichen, dass die 575*lm nicht unbedingt erreicht wurden (beim Garagentor war das sicher nicht der Fall), da die Lampe ja herunterregelt. Das trifft aber natürlich nur auf den Reactive Mode zu!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das selbe gilt auch (in geringerem Umfang) bei den Gartenbildern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich bin gerade (20:00, leichter Nieselregen) noch mal eine Runde (10km, 58min) mit der Nao gelaufen. Vom tragen her sehr angenehm, die Lampe ist gut ausbalanciert.
Ich bin auf der Straße gelaufen, da war die Stufe „Constant 217“ schon sehr grenzwertig. Auf dem Trail wäre das zu wenig. Ich bin meist auf 493 Constant bzw. einer der beiden stärksten Reactive-Stufen gelaufen, das war ok. Für den Trail wäre das ausreichend, dürfte aber je nach Gelände und Tempo sicher auch gerne noch ein bisschen mehr sein.

Fazit:
Die Petzl Nao ist eine sehr gute und ausreichend helle Lampe für Trailläufer. Der besondere Clou ist die automatische Regelung, die sehr angenehm ist (Blick auf die Uhr, andere Läufer, verlängerte Laufzeit), aber auch große Probleme hat (Nebel, Schnee). Das Umschalten geht aber durch einfaches längeres Halten des Drehreglers und ist problemlos. Überhaupt ist die Bedienung mit dem Drehrad sehr gut gelöst.
Auch das Aufladen an jedem USB-Port ist ein Pluspunkt.
Durch die selbst konfigurierbaren Modi lässt sich die Lampe ganz gut an eigene Bedürfnisse anpassen.
Nachteilig ist die Neigungsverstellung die sich etwas zu leicht verdreht, auch beim Bedienen und auch das Stirn“band“ das sich vor allem in der Tasche leicht verwirrt.
Die Lampe ist auch nur als Stirnlampe zu nutzen, sie passt nicht an einen Helm.

zur Petzl Myo RXP                                            zur Uniquefire HD-016

2 Gedanken zu “Review der Petzl Nao 2

  1. Pingback: Review der Uniquefire HD-016 | trailgierig

  2. Pingback: Review der Petzl Myo RXP | trailgierig

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s