Test Kalenji Evolutiv Handschuhe und Cardio Shirt

Kalenji? Das ist doch Decathlon? Ja! Warum auch nicht!

Ich bin schon seit längerem Fan der Marke Decathlon. Alles was ich bisher an Klamotten von dieser Firma ausprobiert habe, hat mich auch überzeugt.

Klar, das „Flair“ der großen Markennamen hat Decathlon jetzt nicht, aber die Qualität hat bisher immer gepasst, der Preis sowieso.

Neben diversen T-Shirts und Laufhosen habe ich seit neuestem auch zwei etwas ungewöhnlichere Produkte. Das erste sind die Laufhandschuhe Evolutiv, dünne Fingerhandschuhe mit abnehmbaren Fäustlingen. Wobei „abnehmbar“ hier relativ ist, die „Fäustlinge“ besteht aus einem dünnen aber wohl wasserdichten Überzug, der auf dem Handrücken verstaut ist.
Die Schuhe habe ich für €6,95 (statt sowieso schon günstigen 12,90) im Decathlon Sale bekommen, leider gibt es sie nur noch in S und M. Ich hatte davor sehr ähnliche Handschuhe der Marke „Craft“, das Modell Hybrid.
Die haben das selbe Konzept, kosten aber mit €28 ein Vielfaches.

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Hier im Vergleich mit den Craft:

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Eigentlich mag ich die Marke Craft, die Unterhemden sind absolut super. Bei diesen Handschuhen bin ich leider nicht zufrieden, schon nach der ersten Benutzung sind die an einem Handschuh die Nähte aufgegangen, inzwischen an beiden.

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Die „Evolutiv“ von Decathlon scheinen mir hier besser verarbeitet zu sein. Allerdings fällt hier der Bund sehr schmal aus. Beim an- und ausziehen ist das etwas schwierig. Ich habe M gewählt (normale Handschuhe habe ich in 8,5 bzw. 9). Leider ist L gerade auch nicht lieferbar.
Ein weiterer Vorteil der Evolutiv ist, dass sie deutlich besser reflektieren. Gerade im Winter ein unschätzbarer Vorteil.

Fast noch spannender ist das „Laufshirt Kurzarm Funktionsunterhemd Kiprun Cardio inkl. HF-Gurt Herren schwarz KALENJI“ (laut Decathlon).
Gehört ihr auch zu den Kandidaten die eine genaue HF-Messung will, aber Brustgurte nicht mag? So praktisch optische Sensoren wie der Scosche Rhytm+ auch sein mögen, für manche Dinge (Erholungszeit, Running-Performance, Trittfrequenz, Running Metrics,..) muss eben ein Elektrodengurt (Garmin Run-HF) her.

Hier kommt jetzt das Cardio-Shirt ins Spiel…
Es ist ein sehr eng anliegendes (Unter-)Shirt, dass im Brustbereich innen Kontaktflächen (Elektroden) besitzt und auf der Brust zwei Druckknöpfe um einen HF-Sensor aufzuclipsen. Man hat also einen HF-Sensor an, aber ohne das einengende Gefühl eines Brustgurtes und dessen ständiges verrutschen, ein Problem das ich häufig mit dem Garmin Gurt habe. Der Garmin HF-Run-Gurt ist ja sonst wirklich toll, durch die 2 Elektrodenbereiche pro Seite bietet er bessere Übertragung als die meisten anderen Gurte, aber er rutscht bei mir immer nach unten.
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Das Cardio-Shirt trägt sich, wie ein Shirt eben. angenehm eng ohne einzuengen. Außer du magst locker sitzende Sportshirts, dann ist das Cardio nichts für dich, kontaktbedingt muss es eben eng anliegen.
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An den Druckknöpfen lassen sich die meisten Sensoren einclipsen (Polar, Garmin), auch mein Stryd funktioniert. Daneben bietet Decathlon da auch einen eigenen Dual-ANT+/ BT an. Suunto funktioniert leider nicht.
Das Gewebe ist angenehm und nimmt auch nicht so leicht Schweißgeruch an. Ich habe meines jetzt (nur zum Test!) 3x angehabt, geruchstechnisch noch im Rahmen.
Die Elektrodenbereiche innen muss man vorher leicht anfeuchten, was aber bei allen Brustgurten so ist.
Nachteilig ist mir aufgefallen, dass es ein paar Minuten dauert, bis der Sensor vernünftige Daten liefert. Das geht beim Garmin-Gurt schneller. Hat man aber mal etwas geschwitzt ist die Übertragung prima und bei meinem 24km Lauf gestern war das Shirt total problemlos. Kein Reiben, gute Schweißaufnahme. Kein Unterschied zu anderen Sportshirts. Das Shirt kostet 24,90 und ich denke ich werde mir in jedem Fall nochmal ein zweites bestellen, wenn das andere in der Wäsche ist.
Über die Dauerhaltbarkeit in der Wäsche kann ich noch nichts sagen, aber ich halte euch auf dem laufenden.
Das ganze gibt es übrigens auch für Frauen als Sport-Bustier.

Vergleichsübersicht

Hier noch eine Übersichtstabelle über alle Lampen, mit allen Daten die ich recherchieren konnte.

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Das Volumen ist selbst ausgemessen. Ich halte es für ganz interessant, wie klein die Lampen verpackbar sind.
Ich empfinde 200lm als das absolute Minimum für den Trail und 400lm als sinnvoll, daher die beiden Werte.
Mit dem „Kopf“-Gewicht ist das Gewicht gemeint, das auf dem Kopf liegt, wenn der Akku im Rucksack verstaut wird.

Bei den Preisen inkl Akku und Ladegerät sind durchschnittliche Preise (z.B. für ein USB-Ladegerät oder Eneloop-Akkus) angegeben. Die anderen Preise sind die aktuellen (29.1.16) bei Amazon.

Das Gewicht bei 4h > 400lm bedeutet: Wie viel wiegt Lampe + notwendige Ersatzakkus um diese Zeit bei >400lm durchzuhalten, ich finde das macht die Gewichte vergleichbarer. Da bei einigen Ultratrails auch die ganze Nacht durchgelaufen wird, was im Juni von Dämmerung zu Dämmerung da. 7h bedeutet, habe ich auch noch die längeren Zeiten in die Tabelle aufgenommen.

Schlußfazit:Badges.005
Wenn Geld keine Rolle spielt ist die Lupine Piko die allerbeste Wahl.

 

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Die Armytek Wizard gilt zurecht als Geheimtipp und ich würde sie  als „Preis-Leistungs-Sieger“ auszeichnen.

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Die Led Lenser SEO 7R ist sicher der Tipp für Sparfüchse, die eine zuverlässige Lampe für Straße und leichtes Gelände suchen.

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Die Fenix HP-12 erhält den „Trailgierig-Award“, hier gefällt mir einfach die gesamte Kombination: Verhältnismäßig günstige Lampe mit gutem Sitz, gutem Licht, dazu robust und mit Standardakku.

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Die Led Lenser XEO 19R ist eine extrem starke Lampe, die leider etwas unter ihrem Gewicht leidet. Fürs MTB aber die erste Wahl!

 

Die Petzl Nao ist ebenfalls eine sehr taugliche und nicht allzu teure Lampe für Trailläufer.

Die Uniquefire ist eine Top-Lampe, aber eher auf dem MTB zu hause.

Die Petzl Myo ist ok, wenn es nur mal selten in die Nacht geht.

Die Led Lenser Neo ist eine top Notfall- und Straßenlauflampe, falls es die Beleuchtung dort zulässt.

Sehr problematisch finde ich den Umgang der Hersteller mit den Laufzeitangaben der Lampen. Da einige der Lampen da wohl sehr schnell die Leistung  herunterregeln und andere nicht, sind die Laufzeiten extrem verzerrt.

Trotzdem hoffe ich, ihr habt jetzt genügend Eindrücke um eure Wahl zu treffen.

Viel Spaß beim nächsten Nightrun

Euer Jamboree

zur Leuchtdauer

Vergleich der maximalen Leuchtstärken

[Update 11.4.2016 weitere Lampen hinzugefügt]
Hier der Vergleich der maximalen Leuchtstärken der Lampen. Wie man sieht, sind Led Lenser Xeo, Piko, Uniquefire, Wizard, Fenix  und Nao wirklich sehr hell. Die Led Lenser Seo leuchtet die Nähe ebenfalls noch recht gut aus, stark fokussiert ist der Leuchtkegel aber schon recht eng. Bei der Myo ist entweder der Lichtkegel zu klein, oder (mit Diffusor) die Leuchtkraft nicht wirklich befriedigend. Die Led Lenser Neo ist wirklich nur etwas für die Straße und nicht den Trail.

Im direkten Vergleich liefert die Led Lenser Xeo das mit Abstand das hellste Licht, gefolgt von der Lupine Piko. Dicht hinter der Piko die „Billiglampe“ Uniquefire HD-016, die dazu auch noch eine etwas weitere Ausleuchtung besitzt. Danach folgen Wizard, Fenix und Nao – die Wizard hat eine breitere Ausleuchtung, die Nao die größere Reichweite, die Fwenix liegt da irgendwo in der Mitte. Dann folgt mit  Abstand die Led Lenser Seo 7R, die auch in Wide noch genügend Licht liefert, die Myo RXP die ich als zu schwach ansehe und als Schlusslicht die Led Lenser Neo (aber das ist auch eine völlig andere Geräteklasse!)

Alle Bilder wurden mit der selben Belichtung (1s, Blende 2,8, ISO 800, Tageslicht, Brennweite 17mm, 25,5mm KB-Äquivalent) vom Stativ aufgenommen. Alle Lampen befanden sich direkt über dem Stativkopf.

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Einstellungen der Kamera (Konica Minolta Dynax 7D)

Hier eine Übersicht der Entfernungen, bis 24m gemessen, darüber aus Google Maps ermittelt.

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Übersicht der Entfernungen

So würde das bei einer „perfekten“ Stirnlampe aussehen:

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Auschnitt bei Tageslicht

Hier noch mal Ausschnitte aus den obigen Bildern, da werden die Unterschiede noch etwas deutlicher.

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zum Vergleich der Ausleuchtung                zur Vergleich der Leuchtdauer

 

 

 

Vergleich der Ausleuchtung

Alle Bilder sind von der selben Position in 6m Abstand vom Garagentor (Breite: 5,50m) aufgenommen. Natürlich mit der jeweils selben Belichtung und dem selben Weißabgleich.
Alle Bilder wurden mit der selben Belichtung (1/3s, Blende 2,8, ISO 800, Tageslicht, Brennweite 17mm, 25,5mm KB-Äquivalent) vom Stativ aufgenommen. Alle Lampen befanden sich direkt über dem Stativkopf.

Deutlich ins Auge fällt sofort die extrem warme Lichtfarbe der Armytek. Die beste Ausleuchtung bieten Uniquefire und die Piko -vor allem mit Diffusor. Aber auch die Armytek ist sehr gut. Auch die Fenix zeigt eine gute Ausleuchtung, aber mit erkennbarem Spot in der Mitte. Die Led Lenser Xeo ist sehr variabel einstellbar. Die Nao schwächelt da bereits etwas. Die Led Lenser Seo ist auch im Wide-Modus noch recht dunkel im Außerbereich, hier würde ich mir einen weicheren Übergang wünschen. Die Myo hat mit Diffusor zwar eine ganz gute Ausleuchtung ist aber insgesamt zu schwach. Noch viel extremer trifft das für die LedLenser Neo zu.

 

zur Uniquefire HD-016            zum Vergleich der Leuchtkraft

Review der Led Lenser Neo

Kandidatin 2 ist die Led Lenser Neo, die ist bereits für €24 zu erhalten und wird mit 3 AAA-Batterien, in einem getrennten Batteriefach am Hinterkopf, betrieben.
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Sie wiegt 88g (inkl. Batterien) und liefert gerade einmal 90 Lumen (maximal) und bis zu 10h (aber vermutlich dann mit geringerer Leuchtkraft). Neben der LED ist auch noch eine rote rückwärtige LED verbaut. Für den Trail sicher kein Kandidat, aber eine Lampe die für den Straßenlauf in der Dämmerung vollkommen ausreicht, wenig kostet, wenig wiegt und sehr angenehm zu tragen ist. Dazu passt sie in fast jede Tasche.

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Die Neo ist eine extrem kleine Lampe, die man am Kopf eigentlich fast nicht spürt.
Der Batteriepack am Hinterkopf ist dabei fast schwerer als der Lampenteil.
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Die Lampe kennt 4 Stufen – 90 Lm, 90lm mit Rücklicht, schwächere Stufe mit Rücklicht und Blinkmodus mit blinkendem Rücklicht. Für den Trail definitiv zu wenig (nun ja, heim wird man damit sicher kommen), aber auf einer einigermaßen beleuchteten Straße oder in der Dämmerung prima.

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Die Ausleuchtung ist ok, aber die 90lm sind schon extrem schwach. Der Sparmodus ist vielleicht gerade noch zum Karten lesen geeignet.

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Led Lenser Neo 90lm

Auf dem Trail hat die Lampe nichts zu suchen, außer vielleicht als „Alibi“-Zweitlampe, wenn eine solche in der Pflichtausrüstung vorgeschrieben ist.
Aber auch da würde ich im eigenen Interesse lieber auf etwas helleres setzen.

Fazit:
Federleichte Lampe mit der man zwar nicht wirklich viel sieht, aber gesehen wird.
Gut für Dämmerungs- und Nachtläufe auf der Straße, wenn diese beleuchtet ist.

zur Led Lenser SEO 7R                    zum Lupine Piko RX4