Test der Garmin Fenix 3

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Nachdem ich die Fenix 3 nun seit einer Woche besitze kann, möchte ich hier eine kleine Review geben.
Die Fenix 3 ist eine Outdoor- GPS – Pulsuhr gepaart mit einem kleinen Schuss „Smartwatch“ und „Activity Tracker“.
Aufgrund des zeitnahen Erscheinens kommt immer die Frage nach dem Vergleich zur Applewatch auf, aber die Uhren sind für völlig verschiedene Zielgruppen gemacht.
Auch wenn die Applewatch etwas in Richtung Fitness geht, und die Fenix 3 etwas in Richtung „Eleganz“, so sind sie doch meilenweit voneinander entfernt.
Die „smarten“ Funktionen der Fenix sind nur schwach ausgebildet, genau wie die Outdoor – und Sportfunktionen der Applewatch, aber dazu später mehr.
Die Fenix 3 ist Nachfolger der populären Fenix – Reihe, wobei die Vorgänger auch noch im Handel erhältlich sind.
Mit €499 (inklusive Brustgurt) bzw. €449 (ohne HF) ist sie nicht gerade billig, aber wirkt dafür auch sehr wertig.
Wahlweise mit heller Lünette und rotem Gummiband oder grauer Lünette und schwarzem Band.
Es gibt sie auch als Version mit Saphirglas und Stahlband (€559 und €599).
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Die Fenix 3 ist eine große Uhr, genau wie die anderen Konkurrenten am Markt (die Suunto Ambit- Reihe), allerdings ist sie sehr leicht und trägt sich daher recht gut.
Im Vergleich zu den 140g einer „klassischen Taucheruhr“ (die ich sonst meist trage), ist sie sogar extrem leicht.
Soviel zu den Usern, die über die 82g bereits meckern. Übliche Diver am Stahlband wiegen so zwischen 120 und 250g, die merkt man…
Hier die Maße:
Breite Lünette 50,5mm
Breite  (inkl. Knöpfe) 54mm
Bandanstoß: 26mm (geschraubt mit Torx)
Lug to Lug -Abstand (=Länge): 58mm
Höhe: 16mm
Die Suunto Ambit hat ähnliche Abmessungen, ist aber 2mm dicker und wirkt deutlich weniger elegant (zumindest die „normale“ Ambit, die Ambit S ist genauso dünn). Auf meinen Bildern seht ihr meine „alte“ Suunto Ambit 1 zum Vergleich.
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Leider findet man im Netz wenig gute Reviews, wobei ich die von DC Rainmaker und Pocketnavigation  hier positiv erwähnen will.
Die Uhr ist offiziell seit dem 15.3. auf dem Markt, d.h. viele Reviews werden erst noch eintrudeln.
Was mir an der Fenix 3 gut gefällt…
  • das Display (e-Ink soweit ich weiß) ist sehr gut bei hellem Licht ablesbar
  • die Bedienung ist ziemlich logisch und intuitiv
  • die Uhr hat eine extreme Funktionsvielfalt und üppige Ausstattung
  • die Ansichten der Sportarten (hier „Apps“ genannt) geht auf der Uhr und sogar während der Aktivität (das kann die Suunto Ambit nicht, hierfür braucht es mindestens die Movescount-App)
  • durch die WLAN Konnektivität kann eine Aktivität ohne PC/ Smartphone mal schnell gesynct werden
  • Anzeige von Benachrichtigungen ist gut gelöst und schnell verfügbar (und nicht im 3. Untermenü wie bei der Ambit 3)
  • der Import zu Runtastic ist problemlos (per Plugin) und auch zu Movescount funktioniert per App (Tipp: MX Activity Mover)
  • der Fitness – Tracker zeigt auf einen Blick Schritte, Ziel, Kalorien und km an
  • der Schlaf Tracker (leider manueller Start) ist auch nett
  • die Fenix ist deutlich eleganter als die Suunto Ambit und dadurch (und durch die geringere Bauhöhe) auch gut im Alltag zu tragen
  • es gibt für die Fenix  Ersatzbänder in div. Farben und Ausführungen (Gummi in gelb, grün, rot, blau und schwarz, dazu ein schwarzes Lederband und ein langes Stoffklettband (z.B. über den Skianzug). Die Bänder sind mit 20 -25€ recht erschwinglich, und Standard 26mm Uhrenbänder (z.B. Nato bzw. Zulustraps) müssten ebenfalls möglich sein.
  • Live Track – Funktion (wobei hier in der Gegend teilweise extrem schlechtes Handynetz ist, so dass das Tracking häufig aussetzt)
  • die Batterielaufzeit ist sehr lang. 50h im Ultratrac Modus, 20h im GPS Modus und bis 6 Wochen im Uhrenmodus (hallo Applewatch: so geht das!). Bei ca. 1-2h GPS Betrieb pro Tag verliert der Akku vielleicht 10-15% täglich.
  • die Fenix ist auch während der Aufzeichnung einer Aktivität aufladbar (die Suunto Ambit stoppt die Aktivität). Also den dünnen Hub und ein USB-Powerpack auf den Ultrarun mitnehmen…
  • ein riesiger Vorteil gegenüber der Amibit ist der Vibrationsalarm (Benachrichtigungen, Alarme,…)
  • Farbdisplay mit hoher Auflösung und ohne (!) Touchscreen. Daduch keine Probleme im Wasser oder bei Regen. Die Druckknöpfe funktionieren immer, auch mit Handschuhen.
  • die Fenix bietet eine sehr detaillierte Laufanalyse (Kontaktzeit, usw.). Ob das nötig ist? Keine Ahnung! Was mir die 7,8cm vertikale Bewegung jetzt sagen und die 270ms Bodenkontaktzeit? Ich kann die Werte nicht einordnen, aber vielleicht kann man später mal einen Verlauf erkennen.
  • die Musikfernbedienung fürs Smartphone ist nett (aber während einer Aktivität mühsam zu erreichen)
  • die Karte kann bei allen Sportarten eingeblendet werden (bei der Ambit (1) geht das nicht so einfach.

Leider sind mir auch viele Schwachpunkte aufgefallen, von denen ich auch im Vorfeld noch nichts gelesen habe.

  • das Display ist zu dunkel und kontrastarm bei Indoorbetrieb (das „weiß“ ist sehr dunkel),  hier ist die Ambit deutlich besser ablesbar. Draußen ist die Fenix eher im Vorteil. Beleuchtet ist es bei Beiden kein Problem. IMG_1235IMG_1230
  • die iQ-Connect- Apps von Garmin sind nur sehr eingeschränkt nutzbar, erstens gibt es davon noch fast keine (Stand 17.3.: 10 (!) Stück, davon für mich nur 2-3 sinnvolle. Die Anzahl der Apps auf der Uhr ist stark begrenzt, die Uhr bietet maximal 512 kb (ja: Kilobyte!) freien Speicherplatz, daneben können insgesamt nur maximal 16 Apps, Watchfaces, Datenfelder und Widgets auf einmal auf der Uhr sein – und da sind die installierten Apps (Trailrunning, Laufen, usw. schon dabei). Wenn man also ein paar Sportarten braucht kann man kaum mehr was anderes installieren. Ich habe zwei Apps, ein Widget, 7 Datenfelder und 5 Watchfaces installiert, damit ist die Uhr voll (noch 176kb Restspeicherplatz, aber kein „Platzhalter“ mehr frei). Zur Veranschaulichung: ein Datenfeld braucht 3 – 9 kb, Clocks 14-40 kb, Apps bis 150 kb
  • Noch dazu sind die Apps teilweise schlecht programmiert und bringen die Uhr regelmäßig zum rebooten.
  • die Benutzung von Connect (Web) ist eher mühsam und geht bei mir auch manchmal gar nicht erst auf…
  • die Aktivitätsseiten der Sportarten („Apps“) können nur auf der Uhr eingerichtet werden. Bei der Ambit können Sie dagegen nur (?) in der PC oder Smartphone-App eingerichtet werden. Ich würde mir ein „sowohl als auch“ wünschen.
  • (noch) Abstürze / Fehler in den Apps/ Reboots (aber bisher noch ohne Datenverlust während einer Aktivität.
  • der Aufbau des Garmin Appstore  ist schlecht. Es lässt sich nur nach Rubriken sortieren, nicht nach „Bewertungen“ oder „neu eingestellt“. Ich schaue täglich alle Apps (und sonstiges) durch um Neue zu finden, das ginge einfacher!
  • man kann nur max. 2 iQ-Connect  Datenfelder pro App benutzen. Ok, bei meiner Ambit 1 geht sogar nur eine App, aber ich glaube die Ambit 3 kann deutlich mehr. Ich würde gerne mehr nutzen (z.B. beim Laufen: Schrittlänge, HM- Zielzeit und virtuelle Pace gegen einen 5:30 Läufer), kann aber nur 2 davon einrichten.
  • die Fenix hat zwar BT 4.0, kann aber sich aber nicht mit BT 4.0 Sensoren verbinden, nur mit ANT+ (ich habe z.B. einen Wahoo Tritfrequenzsensor, der kann zum Glück beides, mein Polar BT 4.0 Brustgurt wird nicht gefunden).
  • im Vergleich zur Suunto relativ langsamer GPS-Fix (trotz Glonas)
  • kein Basiskarte trotz Farbdisplay (ok, Garmin will die Epic auch verkaufen!)
  • der eingebaute Kalender zeigt nur den aktuellen Tag an
  • die eingebaute Wetter-App ebenfalls
  • die Connect App (iOS) besteht keinen Vergleich zur Movescount App
  • die Pulsübertragung im Wasser wie bei der Ambit 3 geht nicht (wobei mir das egal, bzw. per Wahoo Tickr -HF-Gurt ersetzbar wäre)
  • keine Tastensperre (wie bei der Ambit)

Die Garmin Fenix ist eine alltagstaugliche Outdooruhr, aber wenig „Smartwatch“. Schade! IMG_1109 Ich bin gespannt wie Suunto mit der Ambit 4 auf die Fenix reagiert, bis dahin muss jeder selbst wissen ob die Fenix 3 besser als die Ambit 3 ist. Sie macht vieles „moderner“ aber leider auch deutlich weniger zuverlässig. Die Bedienung von Fenix und Suunto ist eigentlich ähnlich, nur die Knöpfe sind leider völlig anders belegt. Das Wechseln zwischen den Uhren fällt darum schwer. Suunto verfolgt bei den Sportanzeigen eine etwas andere Philosophie, hier (zumindest Ambit 1) legt man 2 Felder fest und kann das untere noch „durchschalten“ (max. 5 Ansichten). Bei Garmin kann ich 8 Seiten festlegen, die sind dann aber fix. Wer die Daten zur Movescount App senden will (z.B. um die sehr netten Tourenvideos zu erstellen), der kann das allerdings tun. Ich nutze hierfür MX Activitymover. Allerdings werde ich mich wohl irgendwann einmal zwischen Runtastic, Garmin Connect, Movescount und Strava entscheiden müssen. So ist es einfach zu viel.

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12 Gedanken zu “Test der Garmin Fenix 3

    • Doch, das geht auch ohne dass die Aktivität unterbrochen wird. Einfach während einer Aktivität länger auf die „Down“ Taste drücken, dann erscheint die Uhr (wenn auch nicht mit dem gewählten iQ-Watchface) und man kann auch durch die Widgets blättern (es werden dabei aber nicht alle angezeigt). Zurück einfach wieder mit „Back/Lap“ oder auch „Start/Stop“.

      Alternativ kann man natürlich auch jeder (Sport-) App ein Uhrzeitenfeld hinzufügen .“Uhrzeit“ findet sich übrigens unter „sonstige Felder“, nicht unter „Timer Felder“…

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    • Hallo Andy,
      der Schrittzähler läuft auch bei Aktivitäten weiter. Auch bei eigentlich dafür unsinnigen (Radfahren, Kraftsport und vermutlich auch Schwimmen) – gerade ausprobiert.

      Ich finde das nicht schlimm, körperliche Aktivität ist körperliche Aktivität…

      Aber eine präzise „Schrittzahl “ ist das dann eben auch nicht mehr. Aber das machen eigentlich alle Activity Tracker so (d.h bei meinem Misfit kann man dem Band sagen, wenn eine andere Aktivität als Laufen kommt)

      Irgendwie müsste da mal eine Umrechnung her (so was wie Fuel Points von Nike), es nervt wenn die Gesundheitsapp der Wahl dann fragt “ was war gestern los? So wenig Schritte hatten sie noch nie!“ , obwohl ich 50 km geradelt bin…

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      • Vergessen: Nein! Die Daten werden nicht addiert, die Schritte laufen einfach so weiter. Die Km und Kalorien einer Aktivität werden aber mitgezählt. Die angezeigten km ist also die (aktiv) zurückgelegte Strecke (Auto zählt nicht und Rad nur wenn als Aktivität getrackt) an dem Tag, inklusive Rad und Schwimmen, Laufband, etc.

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    • Aktuell ist es jetzt bei mir so, dass normale Radfahraktivitäten nicht zu den Schritten gezählt werden. Außer man hat einen Cadence (Trittfrequenz) / Leistungssensor am Rad, dann zählt er (vermutlich) jeder Umdrehung als Schritt (Fenix 3 – Software Version 6.80)

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      • Das mit dem Cadence-Sensor kann ich so nicht bestätigen. Ich habe einen, aber nicht unbedingt den Eindruck, die F3 würde das als Schritte zählen. Ich packe die F3 daher immer ans Bein (entweder in die Oberschenkeltasche meiner Lauftights, oder in eine „Oberarmtasche“ am Knöchel). Ist ätzend, wenn man schon Sport macht und dafür in der Schritt-Challenge auch noch gestraft wird, da einem Schritte fehlen.

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  1. Hallo Ralph, vielen Dank für Deine Kommentare zu meinem Podcast und für den tollen Testbericht hier in Deinem Blog (der ja Gott sei Dank auch teils kritisch mit der Fenix3 umgeht) und den vielen Informationen. Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick, auch wenn sie getrübt wurde durch die vielen teils negativen Berichte bezüglich der GPS-Genauigkeit. Ich habe mich jetzt trotzdem für die Fenix3 in der Saphir-Variante entschieden und warte auf die Auslieferung. Ich bin darauf gespannt sie gegen mein Oldtimer-Modell FR305 antreten zu lassen. Wenn ich unzufrieden sein sollte, werde ich Garmin mit Reklamationen quälen, ich denke das ist mein gutes Recht, gerade bei den Preisen. Ich werde dann in meinem Podcast einen Vergleich ziehen und auch objektiv und wenn nötig kritisch über die Fenix3 berichten. Bis dahin und liebe Grüße
    Thomas

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  2. Pingback: Garmin fenix 3 GPS-Multisportuhr im Test « Freiluft Blog

  3. Hallo, super Bericht! Eine Frage noch zum Datenimport zu Runtastic: Geht das auch per WLAN – direkt von der Uhr (und ohne Rechner)?

    Viele Grüße
    Christian

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    • Hallo Christian,
      über WLAN synct die Fenix ausschließlich mit dem Connect Portal.
      Zu Runtastic geht es nur mit Kabel. Runtastic kann via Garmin Plug-in auf die angeschlossene F3 zugreifen und die Moves herunterladen und importieren.

      Ich mache es aber altmodisch und exportiere das tcx File (von der Suunto, geht aber auch von der Garmin) und importiere dieses in Runtastic. Bei mir zickt aber die Connect-Homepage manchmal, so dass ich kaum an das File rankomme (auch darum das von der Suunto).
      Der Import direkt von der F3 wäre zwar einfacher, aber da werden gleich alle importiert, da hätte ich dann alles doppelt.

      Aktuell hat sich die F3 (trotz ein paar Apps) noch keinen neuen Absturz geleistet. Es wird besser!
      Grüße
      Ralph

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